Projekte

CODEX+

Das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) baut mit der Forschungsdatenplattform CODEX eine sichere, erweiterbare und interoperable Plattform zur Bereitstellung von Forschungsdaten zu COVID-19 auf, die die Universitätskliniken bundesweit verbindet. Damit sollen der Wissenschaft strukturierte Daten mit hoher Qualität zur Verfügung gestellt und neuartige Auswertungen ermöglicht werden. Zu diesem Zweck wird aus unterschiedlichen Datenquellen eine möglichst kurzfristig verfügbare Datenbasis geschaffen, die den Anforderungen der Forschungsethik (sog. FAIR-Prinzipien) und der EU-Datenschutzgrundverordnung entspricht. In der Startphase kommt hierfür die klinische Forschungsplattform des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) zum Einsatz. In der darauffolgenden Ausbaustufe werden die Datenintegrationszentren aus der Medizininformatik-Initiative (MII) genutzt. Die standortübergreifende Plattform soll es ermöglichen, auch komplexe Forschungsfragen auf breiter Datenbasis zu beantworten. Somit kann sie zu einem besseren Verständnis der Erkrankung  COVID-19 beitragen, als Grundlage für politische Entscheidungen dienen sowie die Entwicklung von innovativen und qualitativ hochwertigen Diensten und Anwendungen für Gesundheitseinrichtungen, Bürgerinnen und Bürger voranbringen.

CODEX | Netzwerk Universitätsmedizin (netzwerk-universitaetsmedizin.de)

 

 

ABIDE_MI

Der Use Case "Aligning Biobanking and DIC Efficiently" (ABIDE_MI) ist ein Verbundvorhaben, an dem ein Großteil der deutschen Universitätsklinika der vier Konsortien der Medizininformatik-Initiative (MII) beteiligt ist. Ziel des im Mai 2021 gestarteten Projekts ist es, dass die Datenintegrationszentren (DIZ) der MII Patientendaten aus der Routineversorgung mit Daten zu Bioproben verknüpfen und für die Forschung nutzbar machen können. Insbesondere sollen Forschende Machbarkeitsabfragen über das zukünftige Deutsche Forschungsdatenportal für Gesundheit der MII stellen können.

ABIDE_MI | Medizininformatik-Initiative

 

 

PanCareSurPass

Survivorship-Passport – für ein besseres Leben nach Krebs im Kindesalter EU fördert Forschungsprojekt zur Verbesserung der Langzeitversorgung von Überlebenden mit vier Millionen Euro (Mainz, 7. Juli 2021, br) Die EU fördert mit vier Millionen Euro das EU[1]Forschungsprojekt „PanCareSurPass“, um den europäischen digitalen Survivorship[1]Passport bestmöglich implementieren zu können. In dem Dokument sind wichtige medizinische Informationen von erwachsenen Menschen, die im Kindes- und Jugendalter an Krebs erkrankt waren und diesen überlebt haben, sogenannten Survivors, erfasst. Indem es einen vollständigen Überblick über die bisherigen Behandlungen und zudem personalisierte Empfehlungen für die Nachsorge gibt, lassen sich Unwissenheit und Unsicherheiten bei Patienten und betreuenden Ärzten hinsichtlich der Therapie- und Krankheits-assoziierten Komplikationen verringern. Der flächendeckende Einsatz des Survivorship-Passport soll dazu dienen, die Langzeitnachsorge der Survivors weiter zu verbessern.

www.pancaresurpass.eu

 

Medical Cause and Effects Analysis (MCEA)

Im Projekt MCEA wird ein neuartiger hybrider Ansatz zur Wissensmodellierung für medizinische Expertensysteme erarbeitet. Einerseits werden in anderen Domänen (z.B. Automobil) etablierte „Cause and Effect Analysis“-Methoden einschließlich einer mächtigen Software-Plattform genutzt für eine deklarative Repräsentation vor allem kausaler Wissensinhalte (z.B. Symptom-Krankheit). Andererseits bildet dieses repräsentierte Wissen die Basis für darauf aufsetzende maschinellen Lernverfahren für die Prognose, Diagnostik und Therapie ausgewählter klinischer Anwendungsfälle.

MCEA wird von insgesamt je sechs Informatikinstituten der Universität zu Lübeck sowie Kliniken des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) unter Koordination der UniTransferKlinik und Mitwirkung der Firma PLATO AG bearbeitet und im Rahmen der KI-Strategie des Landes Schleswig-Holsteins aus dessen Mitteln gefördert, siehe Presseerklärung (LINK).

Ein Schwerpunkt des vom IMI bearbeiteten Teilprojektes ist eine Nutzung von SNOMED CT als international ausdruckstärkste Terminologie. Erstens wird durch eine breite Annotierung verwendeter Konzepte in MCEA-Modellen eine Interoperabilität des modellierten maschinellen Wissens gewährleistet, z.B. für die Anwendung des Wissens auf verfügbare, häufig unterschiedlich repräsentierte Patientendaten (siehe „Curly brace problem“, LINK) oder für Zugriffe auf weiteres externes Wissen wie Arzneimitteldatenbanken oder Leitlinien. Zweitens wird über die formallogisch repräsentierte Referenzterminologie SNOMED CT selber wertvolles Wissen repräsentiert. Aufgrund der Komplexität von SNOMED CT mit seinen ca. 350.000 Konzepten (LINK) sind Teilausschnitte des Konzeptsystems von Interesse (z.B. der Anatomie, Physiologie, ...), die über eine Schnittstelle für spezifische MCEA-Wissensmodelle verfügbar gemacht werden können.

HiGHmed

HiGHmed ist eines von vier Konsortien der BMBF-Förderinitiative „Medizininformatik“ zur bundesweiten Vernetzung der IT-Einrichtungen von Universitätskliniken. Neben dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit seinen beiden Standorten in Kiel und Lübeck sind in HiGHmed die Universitätskliniken in Heidelberg, Göttingen, Hannover, Köln, Münster, Würzburg, die Charité in Berlin und das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg eingebunden.

Ziel des Projektes ist der Aufbau eines medizinischen Datenintegrationszentrums im UKSH (UKSH MeDIC), in dem alle für die universitäre Krankenversorgung und Forschung notwendigen Informationen zusammengeführt und gespeichert werden. Der Standort Lübeck, d.h. Prof. Ingenerf mit seinem Team der ITCR-L, bearbeitet neben grundlegenden Komponenten des UKSH MeDIC auch zwei klinische Anwendungsfälle zum Nachweis seiner Funktionsfähigkeit und Mehrwerte. Zunächst wird Prof. Rupp (Infektiologie/Mikrobiologie) und sein Team am HiGHmed Use Case „Infection Control“ mitwirken. Hier geht es um ein algorithmisches Frühwarnsystem für Ausbrüche von Krankenhaus-infektionen. Weiterhin befassen sich in einem konsortiumsübergreifenden Use Case „Molecular Tumor Board (MTB)“ Prof. Busch (Systembiologie) und Prof. von Bubnoff (Hämatologie und Onkologie) mit einer MTB-Anwendung, die zusammen mit Kollegen des MIRACUM-Konsortiums konzi-piert wurde. Diese wird zur molekulargenetischen Diagnose- und Therapie-Unterstützung von Tu-moren so entwickelt und angepasst, dass die Vorzüge der HiGHmed-spezifischen Datenbereitstel-lung über das UKSH MeDIC genutzt werden können.

Website: https://www.HiGHmed.org


Weiterentwicklung und Etablierung des Nationalen Metadata Repositories (NMDR2)

Die klinische Forschung ist zunehmend abhängig von konsistent definierten Merkmalen, etwa bei der Wiederverwendung klinischer Daten aus der Versorgung in Studien, der Zusammenführung von Studiendaten in multizentrischen Studien oder gar der Durchführung von Metastudien. International gibt es erhebliche Anstrengungen, so genannte Metadaten-Repositories (MDR) bzw. offizielle Register zu etablieren, um relevante Datenelemente wie einen Blutdruck einheitlich zu benennen, zu definieren und zu annotieren (i.Allg. mit Kodes aus standardisierten Vokabularien). Darauf basierend lassen sich Software-Dienste zur semantischen Datenintegration bereitstellen.

Diese Herausforderung wurde auch von der Technologie- und Methodenplattform für vernetzte Medizinische Forschung (TMF) erkannt, die bereits Vorarbeiten zu diesem Thema gefördert hat. Das strategische Ziel dieses DFG-Projekts ist die Etablierung eines kollaborativen, qualitätsgesicherten, neutralen, dauerhaften, freien und zugreifbaren Metadaten-Registers für die klinische und epidemiologische Forschung in Deutschland. Die genannten Kategorien sind das Ergebnis einer Anforderungsanalyse, die im Rahmen des TMF-Projekts „Community-Evaluation MDR“ durchgeführt wurde. Von dem geplanten Vorhaben profitieren alle klinischen Forscher, die wissenschaftsinitiierte Studien, Register oder Kohorten planen und Daten hoher Qualität erheben wollen. Zugleich werden diese Punkte bislang von keinem existierenden System adressiert.

Beteiligt sind Wissenschaftler aus Leipzig, Lübeck und Göttingen.

German Biobank Alliance (GBA) – Testsite

Unter dem Dach von German Biobank Node (GBN) arbeiten elf BMBF-geförderte Biobankstandorte und zwei IT-Entwicklungszentren in der German Biobank Alliance (GBA) zusammen, um vorhandene Biomaterialen verschiedener Biobanken national und international für die biomedizinische Forschung verfügbar zu machen. Die IT-Infrastruktur der German Biobank Alliance entsteht in Zusammenarbeit zweier Teams: Das IT Core Team (ITC), entwickelt die Softwarekomponenten in einer gemeinsamen GBA-Entwicklungsumgebung. Die Mitglieder des IT Basic Teams (ITB) unterstützen jeweils einzelne Biobanken und unternehmen alle Schritte, damit die Softwarekomponenten in ihren jeweiligen Biobanken erfolgreich zum Einsatz kommen. Die Universität zu Lübeck ist mit einem Mitglied jeweils des ITC und des ITB vertreten und dient als Test- und Entwicklungsstandort für das IT-Konzept.

Website: http://bbmri.de/ueber-gbn/german-biobank-alliance/

 


Modular Specialisations for Point-of-Care Medical Devices - PoCSpec

Die Vernetzung der vielen in einem modernen Operationssaal (OP) verfügbaren computergesteuerten Medizingeräte nimmt seit Jahren an Bedeutung zu, weil nur so der klinische Bedarf für mehr Sicherheit, Effizienz und Ergonomie im OP umgesetzt werden kann. Eine Herausforderung ist dabei bislang die Vernetzung von Geräten unterschiedlicher Hersteller miteinander. Hier hat das BMBF-Projekt „OR.NET – Sichere dynamische Vernetzung in OP-Saal und Klinik“ (2012-2016) wichtige Grundlagen in der Form eines serviceorientierten Kommunikationsprotokolls für die dynamische, herstellerübergreifende Vernetzung von Medizingeräten gelegt, welches inzwischen als Bestandteil der Normenreihe ISO/IEEE 11073 „Service-oriented Device Connectivity“ ein international anerkannter Standard ist.
Ein Problem im Einsatz der neuen Normen ist bislang jedoch noch, dass Hersteller die Netzwerkrepräsentation gleichartiger Geräte unterschiedlich modellieren können, was die Integration in ein System vernetzter Medizingeräte ebenso erschwert wie Test und Zulassung vernetzter Geräte. Hier setzt das im Januar 2019 gestartete, von OFFIS koordinierte und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt „PoCSpec – Modular Specialisations for Point-of-Care Medical Devices“ an: Das Projekt wird Ergänzungen zur ISO/IEEE 11073-Normenfamilie entwickeln, die für bestimmte Gerätekategorien die Vernetzungsanforderungen, also Umfang, Struktur und Bedeutung der im Netzwerk angebotenen Daten und Services sowie das Verhalten des Gerätes zur Laufzeit genau festlegen, so dass Geräte unterschiedlicher Hersteller über das Netzwerk einheitlich überwacht und angesteuert werden können. Dies soll beispielhaft für zwei besonders komplexe Gerätekategorien umgesetzt werden: Endoskopie und Hochfrequenzchirurgie.
Um bei der Entwicklung der Normen auf einem möglichst breiten Konsens aufbauen zu können, sind eine Vielzahl von Herstellern aus den Bereichen Endoskopie und Hochfrequenzchirurgie als Partner im Projekt engagiert und werden ihr Know-how einbringen. Weitere Hersteller sind eingeladen, sich als assoziierte Partner in das Projekt einzubringen und an der Normentwicklung mitzuwirken. Ziel des Projekts ist es letztendlich, ein höheres Niveau der Interoperabilität zu erreichen und die Austauschbarkeit von Medizingeräten unterschiedlicher Hersteller im laufenden Betrieb zu ermöglichen. Dies stärkt nachhaltig die hervorragende internationale Wettbewerbsposition Deutschlands für Medizingeräte.

Website: www.pocspec.de


Move Projekt

Die Integration und Vernetzung von Medizingeräten ist in den letzten Jahren ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Operationssäle geworden. Derzeit ist jedoch der Markt geprägt von geschlossenen Lösungen großer internationaler Hersteller, sodass der Marktzugang für kleinere und mittlere Medizintechnik-Hersteller deutlich begrenzt ist. Das Ziel des Projektes ist daher die Entwicklung von Methoden, die das Zulassungs- und Zertifzierungsverfahren sowie das Risikomanagement offen vernetzter Medizinprodukte in integrierten OP-Umgebungen unterstützen und somit auch kleineren und mittleren Unternehmen (KMUs) der Medizintechnikbranche einen Zugang zum Markt ermöglichen. Dazu wird eine Simulationsumgebung inklusive geeigneter Protokolle, Testszenarien und Testfelder entwickelt, die in der Lage ist, in verschiedenen simulierten Szenarien die Vernetzung von Medizingeräten und Softwarekomponenten zu testen und hinsichtlich verschiedener Parameter zu validieren.

Website: https://www.meditec.hia.rwth-aachen.de/en/research/current-projects/move